im august 2024 hielt unser hof in der aventinstraße 1 drei dinge zugleich: christine schuhbecks arbeiten aus ihrer sommerausstellung, den concept store mit seinen collectible-design-objekten — und ein café. calima specialty coffee hatte sich für ein pop-up im raum eingerichtet, das wir uns als langsames format vorgestellt hatten: guter kaffee neben guten objekten, ein grund, eine stunde in einem fabrikhof aus dem 19. jahrhundert im glockenbachviertel zu bleiben.
die ersten wochenenden waren genau das. dann sprach es sich herum, wie es sich in münchen im august eben herumspricht. der hof, den wir mit unseren nachbarn teilen — ein teil davon ist tatsächlich privat, dort wohnen menschen — begann sich schon am späten vormittag zu füllen. bald lief die schlange für den kaffee durchs tor und bis auf die aventinstraße hinaus. für eine galerie, die drei jahre lang versucht hatte, menschen über genau diese schwelle zu bekommen, war das eine seltsame art von problem.
unsere nachbarn waren geduldig, und dann, nachvollziehbar und verständlich, waren sie es nicht mehr. die hausverwaltung schaltete sich ein, und sie hatte einen punkt: ein ruhiger wohnhof ist nicht als caféterrasse genehmigt. wir fuhren zurück, und anfang 2025 trafen wir die entscheidung dann richtig und beendeten das öffentliche programm ganz — die pop-ups, die eröffnungen, die veranstaltungen, die den raum seit 2021 geprägt hatten. ein teil des teams zog um dieselbe zeit nach lissabon, was die entscheidung leichter zu akzeptieren machte, wenn auch nicht kleiner.
was aus dem café wurde
calima tat, was ein gutes pop-up tun sollte: es wuchs über uns hinaus. heute brüht es bei mas/tava und ist einer der geliebten specialty-coffee-orte münchens geworden — wer in der stadt ist: hingehen. wir denken an den hofsommer als sein erstes kapitel, und ein kleines stück der entstehungsgeschichte schreiben wir uns zu, schlange inklusive.
was aus dem raum wurde
der raum wurde nie dunkel. er beherbergt artist residencies — man kann eine anfragen — und eine kleine gemeinschaft kreativer freelancer arbeitet in seinen nischen, leise, so wie der hof es bevorzugt. die galerie selbst zog vollständig ins netz, wo keine hausverwaltung etwas gegen eine schlange einwenden kann. und ende 2026 eröffnet der raum mit absicht neu: als members’ club für kreative, in dem ausstellungen und talks von den mitgliedern selbst ausgerichtet werden — ein format, mit dem der hof tatsächlich leben kann.
die ganze geschichte — 37 ausstellungen, launches und zusammenkünfte zwischen 2021 und 2024 — steht im archiv. die erzählung dieser vier jahre ist hier.
